Gendersensible Sprache

Leitfaden

der Gleichstellungsbeauftragten zur geschlechtersensiblen und inklusiven Sprache


Seit 1999 schreibt § 4 des Landesgleichstellungsgesetzes NRW die geschlechtergerechte Sprache für den öffentlichen Dienst in NRW vor: „Im dienstlichen Schriftverkehr ist auf die sprachliche Gleichbehandlung von Frauen und Männern zu achten. In Vordrucken sind geschlechtsneutrale Personenbezeichnungen zu verwenden. Sofern diese nicht gefunden werden können, sind die weibliche und die männliche Sprachform zu verwenden.“
Insbesondere Satz 2-4 sind verbindliche Vorgaben und damit zwingend für den dienstlichen Schriftverkehr. Dieser "umfasst jedwede Korrespondenz, die aus Anlass der Tätigkeit einer dem LGG NRW unterworfenen Stelle geführt wird, und zwar sowohl die innerdienstliche wie die nach außen gerichtete Korrespondenz." (vgl. Burkholz, Kommentar zum LGG NRW, § 4 Rn. 6)

Geschlechtersensible oder inklusive Formulierung bedeutet, Sprache so zu verwenden und einzusetzen, dass alle Geschlechter oder Identitäten gleichermaßen sichtbar und wertschätzend angesprochen werden. Der Leitfaden der Gleichstellungsbeauftragten zeigt auf, wie dies in Übereinstimmung mit den Anforderungen an Gesetzgebung, Rechtschreibung, Verständlichkeit und Übersichtlichkeit verwirklicht werden kann. Anhand zahlreicher Formulierungshilfen erleichtert er den Einstieg und Ihre Arbeit.

Wissenschaftliche Ergebnisse

Eine Studie zeigt: „typisch männliche“ Berufe werden mit einer geschlechtergerechten Darstellung - mit z. B. „Ingenieurinnen und Ingenieure“ statt „Ingenieure" - von Kindern als erreichbarer, leichter erlernbar und weniger schwierig eingeschätzt. Dann trauen sie sich auch selbst eher zu, diese zu ergreifen. Eine Erklärung könnte demnach sein, dass Kinder bereits im Grundschulalter gelernt haben, männlich besetzte Aufgaben mit höherer Schwierigkeit zu assoziieren (vgl. Dries Vervecken, Bettina Hannover (2015). Yes I can! Effects of gender fair job descriptions on children’s perceptions of job status, job difficulty, and vocational self-efficacy. In: Social Psychology, 46, S. 76-92).
Verschiedene repräsentative Studien zeigen die grundsätzliche Akzeptanz der geschlechtergerechten Sprache im Kontext von Rechtstexten: geschlechtsneutrale Formulierungen oder Bezeichnungen (z. B. die Wahlberechtigten) oder die Benennung beider Geschlechter werden von den Befragten präferiert (vgl. z.B. Vera Steiger, Lisa Irmen (2011): Wie sollen Personen in amtlichen Texten bezeichnet werden? Ein Vergleich verschiedener Rezipientengruppen zur Akzeptanz geschlechtergerechter Rechtssprache. In: Linguistische Berichte. 2011, Nr. 227, August 2011, S. 297–326.).

Erklärvideo zur geschlechtergerechten Sprache | FUMA Fachstelle Gender NRW